Homosexuallität unter Christen 7. Februar 2010
Posted by Hermes in Alle Beiträge, ChristSein, Ethik/Moral, Haltung von Kirchen, Persönlich.Tags: Fundamentalismus, Gott, Hass, Homosexuallität, Kirchte, Lesben, Schwule
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Homosexuelle werden oft von Christen, die diesen Lebensstil als Sünde ansehen, verachtet. Die Frage, ob nun Homosexuellität eine Sünde ist, oder nicht, soll jeder für sich beantworten.
Ich persönlich sehe es als Sünde an. Da es in der Bibel heisst:
1.Korinther 6.9-10
Oder wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Lustknaben noch Knabenschänder noch Diebe noch Habsüchtige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes erben.
Und im ganzen 1.Korinther 7 nur die Sprache von Frau und Mann ist.
Jedoch verurteile ich die Menschen nicht wegen ihrer Sünde – egal was für eine Sünde es ist. Denn ich bin auch ein Sünder und kann mich deswegen auch nicht über andere erheben, da ich genau gleich bin. Zudem erlebte ich schon, wie meine Eltern von ihrer damaligen Gemeinde ausgegrenzt wurden, als sie sich scheiden liessen. Daher weiss ich auch, dass dies weder dem Sünder/der Sünderin noch der Gemeinde hilft. Die Gemeinde geht mit Verurteilungen nur den Problemen aus dem Weg. Dabei sollte man als Gemeinde doch anderen Menschen (evtl. sogar Gemeindemitgliedern) helfen…
Ich habe mich schon Ende Oktober 2008 einmal mit diesem Thema beschäftigt und meine Spuren auf hier hinterlassen. Jedoch im geschützten Mitgliederbereich, der nur angemeldeten Christen zugänglich ist, damit nur den Umgang mit Homosexuellen diskutiert wird und nicht ob es nun Sünde sei oder nicht.
Am Ende der Diskussion kam ich zu meinem Entscheid, dass ich wohl am besten für Gott einstehen kann. Wenn ich meine Meinung zu diesem Thema vertrete, jedoch der Mensch akzeptiere. Also zusammengefasst: Ich verurteile die Sünde und nicht den Sünder/die Sünderin, sondern unterstütze diese(n) als Mensch. In der Theorie klingt dies immer einfach…
…doch in der Realität merkt man, dass es doch nicht immer so einfach ist, wie ich es gerne hätte. Als vor ein paar Wochen, erzählte mir ein Schulkolleg, dass es nun schwul, zumindest bisexuell sei. Am Anfang hatte ich Mühe, ihn als Person nicht zu verurteilen. Aber nach 2-3 Tagen konnte ich ihn, weiter als Kollegen akzeptieren. Jedoch weiss ich, und erlebe es fast jeden Tag, wie oft man “schwul” als Schimpfwort benützt. Früher war dies mir gar nie aufgefallen, aber wenn man in der Kantine neben einer Person sitzt, die jedes Mal reagiert, merkt man es.
Mir als Christ ist es ein Anliegen, dass wir einen Unterschied machen zwischen Sünde und Sünder und nicht die einen Sünden schlimmer bewerten als andere. Zumal wir gar nicht unsere Mitmenschen nach ihren Sünden zu bewerten haben. Zudem erhoffe ich mir, das ich bewirken kann, dass man andere Leute nicht einfach ausgrenzt, weil man eine Meinungsverschiedenheit hat, sondern dass man die Mitmenschen so unterstützt, wie sie sind.
Wegen mir zerriss Paulus seine Kleider 3. Februar 2010
Posted by Hermes in Alle Beiträge, Allgemeines, Ethik/Moral, Philosophie.Tags: 14, Apg, Apostelgeschichte, Apostes, Hermes, Paulus
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Ich hatte mit Ichthys schon in einem Chat Kontakt, als vor ein paar Tagen sie mich darauf aufmerksam machte, wie Paulus darauf reagierte, als man ihn Hermes nannte. Seither beschäftige ich mich mit dieser Frage, weshalb ich mir das Recht nehme, mich Hermes zu nennen, obwohl Paulus sich die Kelider verriss. Hier ist sie nochmals ein bisschen auf diese Thematik eingegangen.
Apostegeschichte 14.8-11:
In Lystra lebte ein Mann, dessen Füße von Geburt an gelähmt und kraftlos waren. Noch nie hatte er einen Schritt gehen können. Dieser Mann hörte Paulus reden. Paulus wurde auf ihn aufmerksam und sah, dass der Mann glaubte, er könne geheilt werden. Laut rief er ihm zu: “Steh auf, stell dich auf deine Füße!” Da sprang der Mann auf und konnte gehen.
Paulus heilte also einen Behinderten Mann. Doch die Leute, die ihm zuhörten, erkannten nicht, das er “nur predigt” und keinen Gott in Person ist.
Apostegeschichte 14.12-13:
Als die Leute erkannten, was Paulus getan hatte, riefen sie in ihrer Muttersprache: “Die Götter sind als Menschen zu uns herabgekommen!” Sie nannten Barnabas “Zeus” und Paulus “Hermes”, weil er der Wortführer war. Der Priester des Zeustempels vor den Toren der Stadt brachte Stiere und Kränze zum Stadttor, um den Aposteln vor dem ganzen Volk ein Opfer zu bringen.
Das Paulus und Barnabas als Götter angesehen wurden, wollte die Zuhörer gleich ihnen die Ehre eines Opfers zukommen lassen. Jedoch beharrte (zum Recht) sie adarauf, als normale Menschen angesehen zu werden. Die “nur predigen”.
Apostegeschichte 14.14-18:
Als Paulus und Barnabas begriffen, was die Leute vorhatten, zerrissen sie ihre Kleider, liefen unter die Menge und riefen entsetzt: “Was macht ihr da, Männer! Wir sind nur Menschen aus Fleisch und Blut wie ihr. Mit unserer Predigt wollen wir doch gerade erreichen, dass ihr euch von diesen toten Götzen abwendet und an den lebendigen Gott glaubt. Er hat das Weltall, die Erde, das Meer und alles, was darin ist, erschaffen! Bisher hat er die Völker ihre eigenen Wege gehen lassen. Aber er zeigte ihnen immer wieder, dass er lebt; denn er hat euch viel Gutes getan. Ihm verdankt ihr den Regen und die guten Ernten; er gibt euch zu essen und macht euch glücklich.” Mit diesen Worten konnten Paulus und Barnabas die Leute nur mit Mühe davon abhalten, ihnen zu opfern.
Dies gelang ihnen, jedoch kommt für mich danach eine unerwartete Wendung der Geschichte…
Apostegeschichte 14.19-20:
Dann aber kamen Juden aus Antiochia und Ikonion. Sie hetzten die Volksmenge gegen die Apostel so sehr auf, dass Paulus gesteinigt wurde. Weil die Leute Paulus für tot hielten, schleiften sie ihn zur Stadt hinaus. Doch als die Jünger ihn umbringten, kam Paulus wieder zu sich, stand auf und ging in die Stadt zurück. Am folgenden Tag zog er mit Barnabas weiter nach Derbe.
Da sie ein Wunder vollbracht hatten, hetzten die Juden die Leute gegen sie auf. Ich weiss nicht wie ich mir das vorstellen soll…
Sie erzählten zuerst einer Menschenenge von Gott und heilt einen Menschen. Daraufhin werden sie für Gott gehalten und andere hetzen die Zuhörer gegen sie auf. Sie werden gesteinigt – nur weil man den Zuhörern nicht erklären konnte wer man ist und für wen man im Dienst ist?
Ich nenne mich Hermes, da diesen Namen viele Menschen mit Gott in Verbindung bringen. Jedoch war der Name dazumals ernst gemeint und ein Bruch vom Christentum in die Mythologie hinein.
Heute schert sich kaum noch jemand, um die verschieden Religionen – es ist ja immer der gleiche Gott. (Wobei ich mir da nicht sicher bin, mich aber noch nie damit fest befasst habe.) Ich benützte den Namen nur als Nickname und bisher hat sich noch niemand beschwert. Aber wohl auch nur, weil wir Religion und damit Gott im Alltagsleben verdrängen. So “glaubt man nur am Sonntagmorgen”, wie eine Redewendung besagt. Aber ganz Unrecht ist dieser Spruch nicht, denn auch ich merke, wie ich im Alltag Gott bewusst oder unbewusst ausklammere…
Resume 31. Januar 2010
Posted by Hermes in Alle Beiträge, Persönlich.Tags: 18, erwachsen sein, Geburtstag, Gedanken, Gott, Kindheit, Lernen, Mann
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In letzter Zeit merke ich, dass ich vieles noch aufarbeiten muss. Obwohl ich (diese Woche zumindest rechtlich) noch ein Kind bin. Seit ich zu meinem Vater zog veränderte ich mich recht stark. Ich analysiere meinen Glauben zu Gott, aber auch der meiner Eltern, insbesondere meiner Mutter (da sie besser über ihre Gefühle sprechen kann), wie und warum es zur Scheidung kam, aber auch wie sie sich dabei fühlte.
Als ich vor ziemlich sieben Monaten zu meinem Vater zog, fehlte mir nicht und ich meinte schon ein halber Mann zu sein. Jedoch musste ich feststellen, dass dies nicht so war. Es sind nicht einzelne Erlebnisse, die mich umformten – aber dass ich auf Gott vertrauen kann. Es fällt mir immer noch schwer, aber wenn ich es nicht besser weiss, fällt es mir am einfachsten auf Gott zu vertrauen. Doch mein Glaube veränderte sich auch sehr stark, er wurde viel konkreter, ich überlegte mir, wie ich mein Leben führen will, auch wenn ich es teilweise immer noch nicht so kann. Aber ich arbeite daran und es geht, wenn auch in kleinen Vorwärtsschritten und zum Glück kleineren Rückwärtsschritten vorwärts.
Was noch viel besser ist, durch meinen Blog bei dem ich meine Gedanken aufschreibe lerne ich, mich in meinen Gefühlen, Vermutungen und Erlebtem gezielt auszudrücken.
Ich lerne auch, wie man Kontakte pflegen kann und muss, damit sie erhalten bleiben. Dies habe ich nie gelernt als ich bei meiner Mutter mit meiner Schwester wohnte. Denn ich schloss zwar schnell Kontakte (davon profitierte meine Zwillingsschwester) und meine Schwester pflegte sie dann (davon profitierte ich). Da ich jetzt einen anderen Freundeskreis habe, muss ich selbst Beziehungen pflegen. Dabei merke ich, dass dies gar nicht so einfach ist und ich meine Schwester eigentlich sehr dafür schätzte (auch wenn mir das damals nicht bewusst war).
Zudem lerne ich Kontakte zu Gleichaltrigen zu haben und zu pflegen. Dies war nicht immer so, jedoch ändert sich das jetzt… Dabei merke ich, dass ich in einer Gruppe doch ziemlich polarisiere, obwohl ich dies nicht bewusst mache. Jetzt kann ich auch verstehen, warum mich meine Mutter auf Fotos nie gerne am Rande der Gruppe sah. Ich konnte sie nie richtig verstehen, da ich mich wohl fühle, wenn sich nicht alles um mich dreht. Aber ich konnte jetzt auch lernen, es anzunehmen, wenn sich um mich eine Ansammlung von Freunden und Kollegen bildet. Jedoch wird es glaub nie so sein, dass ich mich bei einer Gruppe in den Mittelpunkt drängen werde.
Dies spielt auch bei meinem Amt als Tontechniker eine Rolle. Ich helfe gerne an grossen Dingen mit, bin aber gerne im Background. Von da aus habe ich dann doch vieles in der Hand. Für ein Gottesdienst bin ich gerne ein Teil vom Team, aber ohne Band gibt es keinen Gottesdienst. Auch nicht, wenn der Prediger oder der Beamer-Mensch nicht sein Amt macht. Ich lerne in einem Team dabei zu sein und mitzuwirken. Es sind alle verantwortlich für den Gottesdienst, denn ohne die andern ist jeder von uns aufgeschmissen.
Wie ich schon erwähnt habe, lernte ich mich gut auszudrücken. Dies hilft mir, andere Leute zu verstehen. Früher konnte ich mich ganz und gar nicht in andere rein versetzen, dies kann ich immer noch nicht gut (nach meiner Meinung), aber für meine Mitmenschen schon sehr gut. Deshalb kann ich mit ganz verschiedenen Menschen umgehen, was mir früher Schwierigkeiten bereitete.
Ich bin gewiss noch nicht mit 18 ein Mann – zumindest körperlich und geistig gesehen. Aber habe sicher einen sehr grossen Teil davon erkannt, was ich lernen soll und will, um Gott anderen Menschen näher zu bringen. Zudem weiss ich seit dem letzten halben Jahr viel klarer, wie ich mein Leben führen will und nach was ich es ausrichten will.